Tradition, Gemeinschaft und gelebte Geschichte

Die Historie der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kenten

Seit über einem Jahrhundert prägt unsere Bruderschaft das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Kenten.

Über den Ursprung der Traditionsveranstaltung „Schützenfest“

Über den Ursprung der Traditionsveranstaltung „Schützenfest“ gibt es viele Legenden.

Einer Legende zur Folge, liegt der Ursprung im Mittelalter. In der damaligen Zeit traten die Schützen als eine Art Bundeswehr auf und waren für die Sicherheit einzelner Gemeinden zuständig. Natürlich musste das Schießen auch trainiert werden. Um einen drohenden räuberischen Überfall erfolgreich abwehren zu können, traf man sich regelmäßig zum Üben und Abhalten von Musterungen. Zur Motivation der Mitglieder wurde bei diesen Treffen das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden und Wettschießen sowie Umzüge veranstaltet.

Eine weitere Legende besagt, dass sich das Schützenfest aus dem sogenannten Freischießen entwickelt hat. Bei diesen Wettbewerben konnte sich der beste Schütze für ein Jahr von seinen Steuerabgaben „freischießen“ oder sich andere Privilegien erkämpfen. Einige der heute stattfindenden Schützenfeste berufen sich auf diese alte Tradition. Eine Steuerbefreiung ist heute mit der #königswürde allerdings nicht mehr verbunden.

Das Kentener Schützenfest als Gefahrfest

Das Kentener Schützenfest wird als Gefahrfest - früher im Volksmund „Fordag“ - gefeiert. Diese Bezeichnung geht der Überlieferung nach darauf zurück, dass Pachtbauern ein Fest veranstalteten, wenn sie pünktlich und ohne großen Schaden ihre (Fahr)Pacht an die Obrigkeit entrichtet hatten.

Unabhängig vom Ursprung haben viele der Schützenfeste heute Volksfestcharakter und dauern oftmals mehrere Tage. Gefeiert wird in unzähligen Städten und Dörfern in ganz Deutschland, egal ob im kleinen Rahmen oder als großes #volksfest. Traditionen gehören zu jedem Schützenfest fest dazu, diese werden trotz Weiterentwicklung der Festlichkeiten mit viel Stolz an die nächsten Generationen weitergetragen.

Die Bruderschaftstradition in Kenten

Die Zeitgeschichte der Pfarrei Kenten zeigt, dass die Männer und Jungmänner aus Kenten und Wiedenfeld schon immer wilkommene Mitglieder bei den Sebstianen in Bergheim waren. Ältere Aufzeichnungen zur Folge, wurde Matthias Heller aus Kenten 1771 und 1772 Schützenkönig in Bergheim. Das beweist auch altes Königssilber, welches einvernehmlich von der Bergheimer Königskette abgetrennt wurde.

Das ist der Grund, weshalb die Hubertus-Bruderschaft in ihrem Titel auch die Jahreszahl 1450 (Gründung der Bergheimer Bruderschaft) mitführen darf.

Gründung der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kenten

In Kenten wurde Christi-Himmelfahrt 1924, bei Frühshoppen in der Wirtschaft Bodewig (heute Hotel Lindenstuben), der Gründungsgedanke einer eigenen Bruderschaft in Angriff genommen. In der für den folgenden Sonntag kurzfristig einberufenen Versammlung wurde die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kenten gegründet, wobei die Neugründung in Wirklichkeit eine Fortführung der fast 500-jährigen Bruderschaftstardition war.

Die Bruderschaft erhielt den Namen des Pfarrpatron St. Hubertus.

Der heilige Hubertus

Hubertus von Lüttich (französisch Hubert Liège; * um 655 in Toulouse; † 30. Mai 727 der Überlieferung nach im heutigen Tervuren bei Brüssel, Belgien) war Bischof von Maastricht und Lüttich.

Er lebte als Pfalzgraf in Paris und später in Metz. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, wo er apostolisch tätig war. Sein Attribut ist ein Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih. Der heilige Hubertus gilt neben vielen anderen auch als Schutzpatron der Schützen und Schützenbruderschaften.

Zu Ehren wird jährlich am Hubertustag das Patronatsfest gefeiert. Dieses leitet sich vom 3. November, dem Tag der Erhebung der Reliquien im Jahr 743 ableitet ab.

Die Vereinsfahne

Ein Schützenverein ohne Fahne ist nicht vollkommen. Sie hat eine besondere Bedeutung und wird stets in Ehren gehalten. Sogenannte Fahnenträger tragen sie bei Prozession, Umzug, Veranstaltung und Beerdigung. Nicht zuletzt sind sie auch für die Pflege und Aufbewahrung der Vereinsfahne verantwortlich.

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft hat sich bereits einem Jahr nach der Gründung 1925 die erste Fahne angeschafft. Diese wurde 1964 durch die heutige Fahne ersetzt.

Vogelschießen und Schießsport

Was heute Holz ist, war früher echt. Das traditionelle Vogelschießen ist ein Wettbewerb für die Treffsicherheit der Schützen – nicht zuletzt, um den Schützenkönig zu wählen.

Im Mittelalter dienten die Vögel als Opfergabe. Dies änderte sich jedoch im Laufe der Jahre, sodass heutzutage nur noch Holzvögel genutzt werden. Kunsthandwerker sorgen für eine realitätsnahe Optik der Holzfiguren, sodass die Tradition des „Vogelschießens“ bestehen bleibt.

Während in den Nachkriegszeiten zunächst der Schützenkönig durch die Armbrust ermittelt wurde, entwickelte sich in den folgenden Jahren der Schießsport weiter. 1975 wuchs der Wunsch nach einem Schützenheim mit eigener Schießanlage. Nach langen Gesprächen erfolgte am 2. Juni 1979 der erste Spatenstich, am 17. Mai 1980 konnte bereits die Einweihung der Erweiterung des Pfarrheims gefeiert werden.

Die Damengruppe

1973 wurde erstmals hinterfragt, wieso die Bruderschaft ausschließlich aus männlichen Mitgliedern besteht. Während die Männer unterwegs gewesen sind und Spaß hatten, sind die Frauen alleine zu Hause geblieben.

Kurzum wurde sich zusammengesetzt und beschlossen einen Antrag zur Aufnahme einer Damengruppe in der Bruderschaft gestellt.

Drama - doch je mehr Widerstand aufkam, desto energischer wurde dafür gekämpft.

Schlussendlich wurde der Antrag befürwortet und so wurde kurzerhand eine erste Uniform in Form eines grünen Halstuches, weißer Strickjacke, Bluse und grünem Rock beschafft.

Den weiblichen Sitz im Vorstand bekleidete Anita Bremer, welche sich als einzige und erste Frau unter all den Männern regelrecht durchkämpfen musste. Nachdem auf dem Kirchplatz mit Jakob Junggeburth marschieren geübt wurde, war es 1974 endlich soweit.

Zum Kentener Schützenfest durfte die Damengruppe erstmals offiziell auftreten, eine Woche später wurde anlässlich der Hochzeit von Heino und Anita Spalier mit den Männern gestanden. Die Damengruppe hat es geschafft sich trotz Gegenwind in der Männerhierachie in Kenten zu integrieren.

Aus der Statistik

In Zahlen

0

Mitglieder

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Veranstaltung p. A.

0

%

Spaßfaktor

+

700

Besucher & Gäste